Rückkehr in die Landesliga

Der 1. Männermannschaft gelingt nach weit mehr als einem Jahrzehnt die Rückkehr auf die Bühne des südbayerischen Handballs! Und das konnte man bis vor kurzen wahrlich nicht erwarten, denn gegen Ende der Saison 2007/08 drohte der 1. Männermannschaft des TSV München-Ost noch der Fall ins handballerische Niemandsland der Bezirksliga. Es gab zu wenige vereinseigene Talente die dauerhaft den Sprung in den Seniorenbereich schafften und für Außenstehende gab es schon längst keinen sportlichen Anreiz mehr im traditionsreichen Trikot des im Jahre 1897 gegründeten Sportverein aus München-Haidhausen aufzulaufen.

Mit dem Ziel den drohenden Abstieg aus der Bezirksoberliga dennoch zu verhindern übernahm im Jahr 2008 Tobias Wild die 1. Männermannschaft seines Stammvereins. In diesem Zusammenhang erklärte sich Christoph Sutor bereit im organisatorischen Bereich der Handballabteilung Unterstützung zu leisten und Dinge anzupacken.

Nach einer Rückbesinnung auf die erforderlichen Grundtugenden des Handballs erreichen die Ostler zum Ende der Saison 2009/10 nun die Oberbayerische Meisterschaft und schaffen somit den Aufstieg in die Landesliga, die zweithöchste Spielklasse in Bayern (Saisonbericht folgt demnächst gesondert).

Ein Rückblick: In der Saison 1985/86 belegte die 1. Männermannschaft in der dritthöchsten deutschen Spielklasse (Regionalliga) unter dem Trainer Rainer Duell den 7. Platz.

Zu dieser Zeit und in den Folgejahren erzogen Sportlehrer und Trainer wie Wolfgang Sommerfeld (aktueller Trainer der Junioren-Weltmeister des DHB) oder Bernd Schwarzwälder unter der Leitung von Hartmut Schreiner zahlreiche junge Talente zu gut ausgebildeten Handballern, die den Wettkampfsport mit Leidenschaft, Ehrgeiz aber auch der gebotenen Fairness erfolgreich betrieben bzw. teilweise heute noch betreiben.

Der TSV München-Ost wurde zu einer kleinen aber feinen Handball-Hochburg, der vor allem im männlichen Jugendbereich zahlreiche schöne Erfolge feiern konnte und die Farben Münchens in Bayern und Süddeutschland hochhielt. Freilich konnte und wollte er im Duell der damaligen Giganten nicht mitspielen. Der TSV Milbertshofen und der MTSV Schwabing versuchten ihr Glück zu dieser Zeit in der 1.Bundesliga. Beide scheiterten über kurz oder lang an der mangelnden Finanzierbarkeit von Profi-Handball in München.

Gegen Ende der 90er Jahre blieben aber auch bei Ost nach und nach die überregionalen sportlichen Erfolge aus, auch wenn es immer wieder Bemühungen gab, den Dampfer auf Kurs zu halten. Die 1. Männermannschaft spielte mittlerweile nur noch in der Oberliga des Bezirks Oberbayern und die bislang letzten Jugendspieler des TSV München-Ost die den Sprung in die Jugendauswahl des Deutschen Handball- Bundes schafften, waren Tomy Schwirkmann (derzeit Kapitän des TSV Landsberg) und Martin Wild. Beide sind heute über 30 Jahre alt und haben leider längst im Umland nach Betätigungsfeldern suchen müssen, die ihrem sportlichen Können mehr entsprechen. Martin Wild erreicht als Trainer mit der Nachwuchs- und Reservemannschaft des TuS FFB II in dieser Saison die Meisterschaft in der Landesliga und führt als Kapitän den TuS FFB I aller Vorrausicht nach erneut zur Bayerischen Meisterschaft und damit zum Aufstieg in die neu geschaffene 3. Liga.

Mit der Rückkehr in die Landesliga, hoffen nun auch die Ostler wieder vor allem im eigenen Jugendbereich Anreize für Kinder und Heranwachsende zu schaffen um Handball als begeisterungsfähigen Wettkampfsport zu begreifen. Vielleicht gelingt es ja in diesem Zusammenhang auch dem Abteilungsleiter Michael Kurpanik und seinem neuen Team um Sascha Königsberg und Gunnar Haselmann ausgebildete Nachwuchstrainer und ‚ÄûOstler-Urgesteine‚Äú wie z.B. Michael Bergmann an die alte Wirkungsstätte zurückzuholen und die sonstigen Rahmenbedingungen so zu gestalten, damit man auch auf Dauer wieder konkurrenzfähig wird. Derzeit sucht man nach einem engagierten Trainer für die motivierten Jungs der männlichen A-Jugend, welche die unmittelbare Zukunft der Abteilung darstellen werden.

Ob die Rückkehr der Ostler in die Landesliga nur ein kurzer Ausflug oder vielleicht sogar von längerer Dauer sein wird, ist für die sportlich Zukunft der Handballabteilung nicht das allein Entscheidende. Das Ziel sollte aber für die Zukunft wieder sein, an alte sportliche Traditionen anzuknüpfen und jungen Menschen die Lust am fairen Wettkampf zu vermitteln. Hierzu ist eine solide handballerische Ausbildung von Nöten um ihnen danach auch eine sportlich attraktive Zukunft in den vereinseigenen Seniorenmannschaften zu bieten, selbst wenn das mit einem etwas mehr an Zeit, Mühe und Kosten verbunden ist. Eine der größten Sportvereine der Landeshauptstadt, wie es der TSV München-Ost mit seinen über 3.300 Mitgliedern ist und der es sich von jeher selbst zum Ziel gesetzt hat ein breites und differenziertes Sportangebot zu bieten, sollte es stemmen können, das Amateur-Handball auch wieder mit mehr sportlichem Ehrgeiz betrieben werden kann.

In diesem Sinne freuen sich die Handball-Begeisterten in der nächsten Saison wieder höherklassigen Handball in der Orleanshalle zu sehen. Vielleicht darf man ja auch das ein oder andere alt bekannte Gesicht im Trikot der Ostler bewundern. Aber auch völlig neue Gesichter sind bei der Truppe gerne gesehen und herzlich willkommen, da man studien- und berufsbedingt leider eine Reihe von Spielerabgängen verzeichnen muss. Trotzdem, lasst es uns optimistisch und mit etwas Wagemut angehen, das ‚ÄûAbenteuer Landesliga 2010/11‚Äú!

Sascha Königsberg
Männerwart TSV München-Ost

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